Blog





"Das meiste auf der Welt geht nicht durch Gebrauch kaputt, sondern durch Putzen"

- Erich Kästner


4. April 2017

Ob Putzfrau oder Babysitter - warum Sie sie NIEMALS schwarz beschäftigen sollen:



Risiko Nr. 1: Unfälle im Haushalt. Laut einer Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, verletzen sich rund 600.000 Personen im eigenen Haushalt. Laut einer Studie der Allianz Versicherung sind 30 Prozent aller Unfälle Haushaltsunfälle. Es passieren 32 Haushaltsunfälle pro Stunde, die meisten davon in der Küche und im Garten. Nach Tätigkeitsart bilden "Fenster putzen" und "Putzen allgemein" 74% der riskantesten Arbeiten im Haushalt. "Die Anzahl der Haushaltsunfälle ist stark steigend: 22 Prozent mehr pro Jahr seit 2001". Quelle: "Allianz Studie „Unfall-Hotspots im Haushalt“. Manche Unfälle sind mit Dauer-Invalidität und Minderung der Erwerbsfähigkeit verbunden. Daraus ergibt sich das Risiko Nr. 2.



Risiko Nr. 2: Schadenersatzforderungen bei Unfall. Es liegt in der Natur der Sache: nach einem Unfall sucht man den Schuldigen. Das ist meistens jene Person die die Arbeit in Auftrag gegeben hat. Hier helfen keine Vereinbarungen, weder mündlich noch schriftlich, denn sie liegen ja außerhalb des Gesetzes, wenn die Arbeiten schwarz (ohne Anmeldung, ohne Werkvertrag, etc.) erledigt wurden. Noch gefährlicher sind Putzfrauen und / oder Handwerker die eine Gewerbeberechtigung haben, jedoch Arbeiten in Privathaushalten nur noch ohne Rechnung erledigen, und das regelmäßig und über einen längeren Zeitraum. Sie denken, die Finanz kommt nicht dahinter? Falsch gedacht, glauben Sie mir. Ich habe Fälle gesehen, wo der Auftraggeber nach Jahren enorme Summen an Sozialversicherung und Lohnsteuer für seine schwarz beschäftigte Putzfrau nachzahlen musste. Dazu braucht es zum Beispiel eine unzufriedene Haushaltshilfe oder Babysitterin die nach längerer Zeit die Arbeiterkammer bemühen, oder Anzeige bei der Krankenkassa erstatten. Oder eben einen Unfall.



Risiko Nr. 3: Entfall der Versicherungsdeckung. Keine Versicherung kommt für eventuelle Schäden auf, noch schlimmer: der Vertrag kann gekündigt werden und ein neuer Vertrag ist dann so gut wie unmöglich abzuschließen.



Risiko Nr. 4: Nachforderungen der Sozialversicherung, Finanz, etc. Solche können den wirtschaftlichen Ruin für eine Jungfamilie bedeuten.
Bedenken Sie bitte, dass der Gesetzgeber seit 2016 durch das Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz und das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz die Kontrollen verschärft hat. Beachten Sie bitte auch die Liste der Scheinunternehmen des Finanzministeriums: scheint Auftragnehmer hier auf, so liegt die Haftung beim Auftraggeber, also bei Ihnen.



BESTE LÖSUNG: Sofortige Rechnung, Werk- oder Dienstvertrag, bzw. Anmeldung bei der Sozialversicherung, zum Beispiel als geringfügig oder fallweise beschäftigte Kraft. Somit sind Dienstgeber und Dienstnehmer auf der sicheren Seite. Ihre Haushaltsangestellte kann natürlich nur 4 x monatlich arbeiten, solange die Arbeitszeiten aufgezeichnet und gegengezeichnet werden, dazu ist dringend anzuraten. Das Ausmaß der Arbeitszeit muss schriftlich vereinbart werden, somit können DienstnehmerInnen im Nachhinein nicht behaupten, er/sie habe mehr Stunden geleistet. Die Arbeitszeit kann nicht einseitig abgeändert werden, eine Vereinbarung hinsichtlich Änderung der Arbeitszeit bedarf der Schriftform. Zusätzlich sollen Verschwiegenheitsklauseln vertraglich vereinbart werden. Ihre Haushaltshilfe ist nicht damit einverstanden, weil nicht von Vorteil? Schon ein schlechtes Zeichen. Finden Sie eine andere Kraft. So tun Sie sich selbst und dem Markt etwas Gutes. Wie auch immer: Finger weg von vermeintlich "günstigen" aber illegalen Dienstschaften - sie kommen teurer als man denkt!










Mag. Armin Kohl,
Atelier Kohl

Vernissage am 21.10.2016, am Heumarkt 11 in Wien.






.


Last but not least:

BUCH HALTEN:


Ein Buch
Ernest Miller Hemingway, "Paris. A Moveable Feast" ("Paris – Ein Fest fürs Leben"), 1965.

"Aus Gründen, die dem Autor genügen, sind viele Orte, Menschen,Betrachtungen und Eindrücke in diesem Buch weggelassen. Manches war geheim, und manches war allgemein bekannt, und alle haben darüber geschrieben und werden fraglos noch mehr darüber schreiben."
(Vorwort, Ernest Hemingway, San Francisco Paola, Kuba, 1960)

Noch ein Buch
John Steinbeck, "Sweet Thursday", 1954

“It is a common experience that a problem difficult at night is resolved in the morning after the committee of sleep has worked on it.”



(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken